Etwa 1 bis 2 Prozent der Gesamtbevölkerung sind an obstruktiver Schlafapnoe (OSA) erkrankt, häufig ohne es zu wissen. BeiMännern im Alter zwischen 30 und 65 Jahre liegt der Anteil der Betroffenen mit 5 bis 50 Prozent sogar noch etwas höher.Patienten, die an Schlafapnoe leiden, schlafen nur oberflächlich und haben verkürzte Tiefschlaf- und REM-Phasen. In Folgeder verringerten Erholung während der Nacht fühlen sich die Betroffenen häufig unausgeschlafen und erschöpft. Sie leidenunter anderem unter Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und verminderter Leistungsfähigkeit.Bereits zahlreiche Untersuchungen haben sich mit einem mögliche Zusammenhang von Schlafapnoe und der Unfallhäufigkeitim Straßenverkehr befasst. Eine Studie von Stoohs und Mitarbeitern aus dem Jahre 1995 ergab beispielsweise, dassLastkraftfahrer, die unter schlafbezogenen Atmungsstörungen leiden, eine doppelt so hohe Unfallrate aufweisen wie ihregesunden Kollegen.Untersuchungen belegen, dass etwa 50 Prozent aller Unfälle mit Todesfolge durch kurzzeitiges Einschlafen des Fahrersverursacht werden. Hindergrund dieses Sekundenschlafes sind vielfach schlafbezogene Atmungsstörungen.J. Teran Santos belegte in seiner Studie, dass bei Fahrern mit Schlafapnoe-Syndrom die Unfallhäufigkeit sogar bis um dasSiebenfache erhöht sein kann.Zur Zeit wird an der RWTH Aachen eine Studie durchgeführt, die die Prävalenzrate von OSA bei Berufskraftfahrern derFordwerke und die Unfallhäufigkeit bei diesen Patienten untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass Berufskraftfahrer einedeutliche Häufung von Risikofaktoren ( Übergewicht, Bluthochdruck) aufweisen. Eine höhere Prävalenz der OSA hat sichallerdings bislang nicht gezeigt.In Deutschland gibt es etwa 1,4 Millionen Berufskraftfahrer. Geht man von einer Prävalenzrate von 5 Prozent aus, so fahrenauf unseren Straßen etwa 68.000 Fahrer, die aufgrund ihrer unbehandelten und vermutlich auch unbekannten Erkrankungenein bis zu siebenfach erhöhtes Unfallrisiko haben. Eine Behandlung ist mit Hilfe einer nCPAP-Therapie recht einfach möglich,so dass Berufskraftfahrer ihren Beruf ohne erhöhtes Unfallrisiko ausüben können